STOPFEXPRESS 09-4X

Erst dachte ich im Halbschlaf, Meeresrauschen ist ja richtig beruhigend. Dann kam das Kindergeschrei hinzu, nachts. Und Würzburg liegt doch gar nicht am Meer. Die Brandung wurde lauter und wurde zum rhythmischen Grollen und dann Krachen. Geschrei und Gekreische auch immer intensiver und gejagter. Mein Gehirn gab mir keine Alternativszenarien zu Weltuntergang. Bestimmt laufen auf allen Fernsehsendern Katastrophendurchsagen? Ohne Fernseher blieb mir nur: raus und dem ggf. häuserfressenden Monster ins Auge sehen. Hose an und Haustür auf – mit sehr unwohlem Gefühl. Kurz überlegte ich, wie sicher es im Keller im Vergleich zum Dach bei verschiedenen Szenarien wäre (King Kong bzw. Tsunami).

Es stellt sich heraus, daß die Stopfmaschine 4X ihre Stahlfinger der Reihe nach neben jeden einzelnen Bahnschweller in den Boden rammt und dabei den Schotter wieder unter die Schweller stopft. Es quietscht und kracht gewaltig. 2000m mache man in der Stunde – wenn nichts dazwischenkommt. Hinten dran fährt eine weitere Riesenmaschine und fegt verstreuten Schotter wieder schön ins Gleisbett. Die immergleichen neun Leute kommen so Nacht für Nacht auf der einzigen 4X der Bahn zwischen 3 und 10km voran. Die Bahn legt schon Wert darauf, daß das Team sich versteht, sagt mein Gesprächspartner, er sei erst vor 15 Jahren dazugekommen.Die gesame Maschinerie von vorn Der erste Schienenkontakt besteht aus kleinen Rollen Das Stopfwerk ist horizontal und vertikal verschiebbar aufgehängt. Unten die Spaten die in den Schotter fahren Blick aus dem Kontrollplatz auf die Gleise Die Maschine die danach wieder aufräumt Eine Tonne Wasser, so nebenbei dabei Die gesamte Maschinerie von hinten Arbeitsrichtung Die Jungs vom Stopfexpress. Wieder gut sichtbar ist das frei aufgehängte Stopfwerk

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