Ein Gedicht

ich grabe
du gräbst
er gräbt
wir graben
ihr grabt
sie graben

ich grub
du grubst
er grub
wir gruben
ihr grubt
sie gruben

ich werde graben
du wirst graben
er wird graben
wir werden graben
ihr werdet graben
sie werden graben

Nicht schön, aber tief!

Konfigurieren von Windows wird vorbereitet.

Seit locker einer halben Stunde schon habe ich diesen Bildschirm. Meistens passiert nichts, gelegentlich blinkt das Festplattenlämpchen. Und das nur weil ich die Windowsinstallation ein halbes Jahr nicht gestartet habe. Und dann natürlich Windows und 324 Programme  7653 Updates eingezogen haben.

Was soll ich denn jetzt tun? Spül-, Wasch-, und Staubsaugmaschine sind bereits in Betrieb gesetzt, Mülleimer sind leer… soll ich etwa die Wohnung aufräumen?

Ist das überhaupt richtiges Deutsch, konfigurieren? Das Konfigurieren von Windows? Müsste es nicht die Konfiguration heissen? Wenn man schon so ein Substantiverb nimmt, was gar keine richtige Bedeutung mehr hat…

The goal is identity preservation.

Obsessing and ruminating is a skill at which we are all tremendously accomplished, and admittedly that feels like mental work because it’s exhausting and unrewarding, but you can no more ruminate your way through a life crisis than a differential equation.  So[…] after a few years of childhood insecurity, you’ll choose the Blue Pill begin the dreaming: someday and someplace you’ll show someone how great you somehow are.

The last psychiatrist, of course, again.

Von Haien und Fischen

Auf arte gab es Anfang es Jahres die empfehlenswerte Doku „Von Haien und Fischen„.Ich würde jetzt gern für alle, die ohnehin GEZ-Gebühren zahlen und damit die Sendung finanziert haben, auf Downloadmöglichkeiten oder Streams verlinken, aber das geht ja nach aktueller Rechtssprechung leider nicht. Aber wer will, findet die Sendung problemlos auf den einschlägigen Seiten. Zurück zum Inhalt.

Es geht natürlich um Poker. Onlinepoker, Turnierpoker, Poker in Hinterzimmern, Privat-Pokerspiele, aber dann doch wieder Onlinepoker. Das sind die Jungs, die richtig Geld verdienen, sechsstellige Beträge im Jahr. Jeder von uns kennt jemand, der jemand kennt, der professionell Poker spielt, und damit richtig Geld verdient (und gleichzeitig keine Lust mehr auf den Grind hat).

Für und alle nichts neues: wer hinreichend Zeit in Poker investiert, kann damit Geld verdienen – vorausgesetzt, man sucht sich die richtigen Gegner.

Auffällig ist, daß im Film die wahren Gewinner (also die, die online richtig Geld machen), unangenehm dargestellt werden. Die haben ungepflegte Haare, oder eine Baseballcap lächerlich rückwärts auf, die können statt kochen grade mal ein Fertiggericht in die Pfanne hauen, und sie haben komische Gesichtsticks, die in Großaufnahme gezeigt werden. Sie verlieren 2000$ an Fische. Im Gegensatz dazu sind die Turnierspieler echte Stars, sympatisch, blond, lächelnd, vielleicht sogar weiblich.

Dabei regieren die Nerds doch schon seit Jahren. Nicht nur im Poker. Die, die nicht nach Gefühl gehen, sondern quantifizieren, technisieren, automatisieren. Das sind die Stars, und das sollte doch inzwischen auch bei arte angekommen sein.

Neulich, ich den Kellern der Posthallen…

Die Posthallen in Würzburg sind schon eine fantastische Einrichtung. Nicht nur finden dort regelmäßig Konzerte statt, nein, es gibt auch Dinge zu entdecken. Auf meinen Streifzügen durch den Keller bin ich auf folgende Stelle gestoßen:

Alarmanlage

Auf dem Schild steht „Achtung! Alarmanlage, gelbe Markierung nicht übertreten“. Und ich musste erheblich mit mir hadern, um eben jenes nicht zu tun. Aber ich bin ja nicht mehr zwanzig. Oder dreissig.

Insgesamt erinnerte mich das ganze Setup extrem an Deux Ex. Oder Fallout. Oder sonst irgendein Computerspiel. Wer weiß, was es mit der Markierung wirklich auf sich hat?

Captchas und Future Shock

Ich habe gerade einen Blogeintrag über eine CAPTCHA-Solving-Farm gelesen. Jemand hat eine Anzahl Leute vor Computern sitzen, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als CAPTCHAs einzugeben. Das kann man anmieten, kostet zwischen 9 und 15 Dollar pro 1000  gelösten CAPTCHAs.

Stundenlohn für die Jungs kann man sich jetzt ausrechnen, und manchem, der sonst nichts zu tun hat, mag das sogar interessant erscheinen. So weit, so gut. War ja auch irgendwie vorhersagbar, man kennt ja diese Geschichten, mit denen CAPTCHAs outgesourced werden. Z.B. durch Pornoseiten: man kauft sich einige Pornos ein, macht eine entsprechende Website auf, und um die Sachen dann anschauen zu können, muss der Besucher vorher CAPTCHAS lösen. Die Aufgaben wiederum kommen von Facebook oder GMX oder Yahoo und dienen dazu, dutzende Fake-Accounts zu erschaffen. Ha, lustig, nette Idee, aber gibt’s das auch im großen Stil?

Ja.

  1. Der Blogeintrag stammt von 2007.
  2. Nach einer kurzen Diskussion in den Kommentaren bieten massig Menschen (die offenbar den Artikel nicht gelesen haben) ihre Dienste an. $8/1000 aus Bangladesh. $4/1000 aus Vietnam. $2/1000 aus Bangladesh. $1/1000 aus Indien. Usw. usw. usf.

Die Kommentare verkommen sehr schnell zu einer Art Marktplatz, es tauchen immer mehr Menschen auf, die CAPTCHAS lösen, und dann auch Käufer, z.B. jemand, der Leute sucht, die für sie myspace-Profile einrichten und 4000 Friend-Requests täglich versenden.

Was passiert hier? Es sollte völlig klar sein, daß diese Art von Arbeit keinerlei gesellschaftlichen Nutzen erzeugt. Hier räumen gegen Geld Leute Hindernisse weg, die andere Leute hingeräumt haben.Und das scheint sich zu lohnen. Aber wo wird das Geld gemacht? Was passiert mit den abertausenden freigeschalteten Fake-Accounts bei Google, Yahoo, sonstwo?

Hier setzt bei mir der Future Shock ein. Geldströme fließen in Länder mit billiger Arbeitskraft, um CAPTCHAS tausendfach zu lösen, um dann, ja was? Was passiert mit dieser Arbeitsleistung? Und: Das war der Stand von vor 5 Jahren. Was auch immer passierte ist wahrscheinlich inzwischen genauso oldschool wie Hemden aus Nepal importieren und im Hippieladen verkaufen.

Fritz!Box reconnected per UPNP ohne Passwort

Wieso kann ich meine Fritz!Box zum Neuverbinden bringen, ohne das Passwort anzugeben? Es handelt sich um eine WLAN 7050 – also schon ein wenig älter. (Ich hatte auch schon Besseres, allerdings ging dort das DSL-Modem kürzlich kaputt, und damit ist sie weitgehend wertlos. Immerhin – ein Freund, dem ich sie schenkte, nutzt sie weiterhin als Netzwerkdatenspeicher)

Wenn folgende Payload per UPNP rausgeht, wird reconnected. Einfach so. Ohne Passwort. Und vor allem, ohne daß ich UPNP aktiviert hätte!

<u:ForceTermination xmlns:u=’urn:schemas-upnp-org:service:WANIPConnection:1′ />

Yeah, thanks. Wer weiß, was da noch alles geht, was nicht gehen sollte. Wenn man daran denkt, daß der DSL-Router in vielen Haushalten die erste Verteidigungslinie zum bösen Internet ist, sind solche Lücken besonders pikant.